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Jul 08 2013

[Auf 4 Pfoten] Hallo, mein Name ist…

…Bones. Ja, richtig gehört – Bones, wie die Frau aus der gleichnamigen TV-Serie. Doch ich bin alles andere als eine Fernsehberühmtheit…

Ich bin klein. Ich bin schwarz. Und ich bin ein Findelkind.

Meinen wirklichen Namen und meine Vorgeschichte kann ich euch nicht verraten, denn das ist mein kleines Geheimnis. Aber ich kann euch erzählen, wie ich hier auf Nisi’s Blog gelandet bin.

Wir sind uns vorgestern zum ersten Mal begegnet. Ich schoss über den Parkplatz wie ein geölter Blitz und rannte, als wenn es um mein Leben ginge, unter das nächstbeste Auto. Wovor ich wegrannte, weiß ich nicht mehr, aber schnell war ich, das kann ich euch sagen! ;) Ich wollte aber weiter und flitzte direkt unter das nächste Auto, das den Nachbarn von Nisi gehört. Sie kam gerade vom Einkaufen und hat mich eher nebenbei bemerkt. Irgendwas kleines, schwarzes und einheimlich schnelles eben. Sie lagerte den Einkauf im Hausflur und kam wieder heraus. Auf allen Vieren kam sie auf Augenhöhe – ich vorne an der Front des Wagens, mit dem Hintern am Kantstein, der in eine kleine Hecke übergeht und sie am hinteren Ende des Wagens, wo ich sie mit großen, aufgerissenen Augen und lautem Maunzen versuchte fernzuhalten. Doch sie ließ sich nicht abschrecken und kam an die Beifahrerseite gerobbt.

Es verging einiges an Zeit und viel gutes Zureden, bis ich mich lautstark maunzend unter dem Auto hervorwagte. Ich hatte eigentlich unheimliche Angst, aber irgendwie verspürte ich gleichzeitig den dringenden Wunsch gestreichelt zu werden. Daher wuselte ich herum, immer zwischen Bein und Auto hin und her. Dabei erzählte ich irgendwelche Geschichten, mir ging so vieles durch den Kopf! Mit viel Geduld wurde ich dann ins Haus gelockt, auf den Arm wollte ich nicht, da zappelte ich mich schnell wieder frei. Als die Tür dann auch noch zurück ins Schloss fiel, wollte ich sofort wieder raus. In einem Moment von Panik, erstürmte ich die innenliegenden Briefkästen um durch das darüberliegende Fenster wieder zu entkommen, doch natürlich war es geschlossen. Ich maunzte, wollte raus, aber Nisi sprach weiter auf mich ein und ich beruhigte mich innerhalb von Sekunden wieder. In einem ruhigen Moment ließ ich mich auf den Arm nehmen, irgendwie fand ich das nämlich garnicht so übel und ließ mich nach oben tragen.

Das Katzenrudel und Nisi’s Mann standen in der Tür, scheinbar ein Empfangskommitee, doch dafür hatte ich keinen Blick. Ich wollte nun endlich wieder runter, so toll war das auf dem Arm dann doch wieder nicht. Also begann ich fleißig zu zappeln und wurde schleunigst in die Küche gebracht, der Raum war am nächsten. Geschirr klapperte, es wurden einige Worte gewechselt, ich wurde mit erstaunten Blicken begutachtet und das Geräusch einer sich öffnenden Aludose prägte sich seitdem sofort in mein Gedächtnis. Denn dieses Klicken und Zurren bedeutete Futter! Essen, endlich essen, ich war so ausgehungert, dass ich das bereitgestellte Schälchen innerhalb von Sekunden gierig in mich hineinstopfte. Ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt etwas gefuttert habe, es muss aber einige Zeit her sein…

Nisi meint, ich wäre extrem unterernährt. Spindeldürr und nur Haut und Knochen. Daher auch der neue Name „Bones“. Auch der Flüssigkeitshaushalt wäre nicht in Ordnung. Nicht nur, dass man auf meinen Rippen hätte Klavier spielen können, auch Schulterblätter und Hüftknochen sind deutlich sichtbar und ertastbar. Der Start ins Leben ist scheinbar nicht immer einfach, aber mir war erstmal alles egal. Ich futterte so schnell ich konnte, es könnte ja schliesslich die einzige und letzte Mahlzeit in unabsehbarer Zeit sein! Ich war so gierig, dass ich sogar für kurze Zeit mit den Zähnen knirschte beim fressen und ich saute zudem die gesamte Ablage mit kleinen Futterstückchen ein. Aber das tat ja soooo gut! Mir gings direkt viel besser, von da an verlangte ich auch lautstark nach Beachtung und Streicheleinheiten. Nisi meint ich wäre ein kleines schwarzes Teufelchen, nennt mich aber immer „Spaddelchen“, weil ich so lang, hochbeinig und dürr bin. ;)

Den Rest des Abends durfte ich dann im Schlafzimmer verbringen, in der Küche könnte ich zu viel Quatsch machen, wurde gesagt. Aber so ein weiches Federbett hat ja auch seine Vorzüge. Vollkommen ausgestreckt kann man sich da so schön zwischen den Menschenbeinen lang machen, herrlich! Und immer wenn ich nachts wach wurde, habe ich das gleich allen mit leisem Gequäke verkündet. So konnte ich noch einige nächtliche Streicheleinheiten erhaschen. Nisi meint auch, dass ich eine komische Eigenart hätte. Wenn man mich streichelt, dann lasse ich mich gern auf die Seite fallen. Ja, einfach so – *plumps*! Ganz ohne Abrollen, sondern einfach *plumps* und schon lieg ich da und lass mich knuddeln. Ich schmeisse mich auch gerne einfach direkt auf die Hand, die mich gerade streichelt, das macht Laune!

Mit ausreichend Abstand durfte ich auch schon das restliche Katzenrudel kennenlernen, allerdings mag ich von denen keinen so recht. Das erzähle ich denen auch und meine kleine, aber laute Kämpferstimme hält alle schön auf Abstand. Außerdem muss ich ja die kleinen Futterportionen, die ich mehrmals am Tag erhalte auch beschützen und verteidigen. Das ist alles meins und teilen will ich ganz sicher nicht! Zumindest noch nicht…

##########

Das ist also mein Findelkind „Spaddelchen“. Sie ist eine kleine, sehr zierliche und völlig abgemagerte, schwarze Katze, die vermutlich schon länger auf der Strasse zuhause war. Die Krallen sind abgenutzt und stumpf, die Rippen sind sicht- und fühlbar, Schulterblätter und Hüften stehen „vom Körper ab“ und liegen direkt unter der Haut. Da ist kein Gramm Fett mehr vorhanden, keine Reserven…Auch das Brustbein ist spitz und knöcherig unter dem schwarzen Fell verborgen.

Sie fiel mir nur durch Zufall und aus dem Augenwinkel heraus auf, da sie deutlich kleiner und schmaler war, als die restlichen Freigänger, die bei uns herumstromern. Bis auf den massiven Magerzustand und die stark eingefallenen Flanken macht sie aber einen guten Eindruck. Es wurden keine Ektoparasiten (Milben, Flöhe, Zecken und Co.) gefunden, auch ansonsten sei sie unauffällig. Was ganz besonders auffällt, ist ihr drängender Wunsch nach Aufmerksamkeit und Zuneigung, Futterneid (verständlich nach einer länger anhaltenden Hungerphase) und eine leichte Form von Verlustängsten, wenn sie in einem Raum allein zurückbleibt. Geschätzt ist sie ca. ein halbes Jahr alt und ein Mädel. Somit ist mein Mann wohl aktuell der absolute Hahn im Korb, umgeben von 6 Frauen. ;)

Sie lässt sich auf den Arm nehmen (für eine kurze Zeit), liegt auf dem Schoss, schläft mitsamt Körperkontakt im Bett an meiner Seite und auch die meisten Geräusche scheinen sie nicht zu verängstigen…ABER sie kann scheinbar nicht spielen. Spielzeug wird argwöhnisch betrachtet, anfangs fauchte und spuckte sie sogar danach und es ist nicht so, dass wir sie bedrängt und ihr damit im Gesicht rumgewedelt hätten. Nein, selbst auf Abstand guckte sie zwar, bewegte sich aber keinen Zentimeter vom Fleck und verlor auch recht schnell das Interesse daran.

Ich habe mich bereits bei mehreren Stellen umgehört, ob jemand ein kleines schwarzes Fellmonster vermisst, aber bislang Fehlanzeige. Hinzu kommt das, was mir ebenfalls nicht aus dem Kopf geht, weil sie so zutraulich ist und bis auf die Anfangszeit wirklich ausnahmslos alles mit sich machen lässt.

In Hamburg sind seit rund 2 Wochen Sommerferien, ob da wohl ein Zusammenhang besteht…? Ich halte weiterhin Augen und Ohren offen, aber „Klein Spaddelchen“ ist uns in dieser kurzen Zeit schon sehr ans Herz gewachsen. :-D Dazu noch ein paar Bildchen von der Kleinen zum Kennenlernen. Der Witz ist, dass sie auf den Bildern (u.a. auch dank des nicht ganz so kurzen Fells) nicht so ausgehungert aussieht wie in natura.

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Aus dem aktuell knapp 2kg leichten Rippchen werden nun aber erstmal wieder eine gesunde Jungkatze formen inklusive Hotel Nisi Aufenthalt, Wellnessanwendungen und Aufpäppelfutter! :) *wiwi*
Nisi-Signatur2

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16 Kommentare

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  1. Testgitte70

    Nach Adam Riese müsstest du jetzt 5 Katzen haben ?? Wie bekommst du das hin, dass die sich nicht, vor allem dem Neuzugang die Haare vom Kopf fressen ? Ich bin ja mehr der Hundetyp, aber ist schon ne süße Maus :D Ich gehe davon aus, dass wir uns heut Nacht noch hören :D
    LG Brigitte

    1. Denise

      Och, das geht alles. Zur Not gibts trocken Toast. :P
      Ich denke aber auch, dass wir uns heute nacht noch hören, es sei denn ich penne ein aufgrund meines 100fach unterbrochenen Schlafes die letzten Tage. ;)

      LG

      1. Testgitte70

        Ich meinte nicht, dass sie dir/euch die Haare vom Kopf fressen, sondern dass die sich gegenseitig verkloppen :D

        1. Denise

          Aso, ja, das ist bei Veränderungen bzw. Neuzugängen anfangs immer ein Problem. Die Lütte ist nun seit Samstag hier, seitdem wird es mit dem gegenseitigen angiften immer etwas weniger. Mittlerweile wird nicht mehr auf 3 Meter gefaucht, gespuckt und geknurrt, sondern nurnoch auf 1 Meter Entfernung. :P
          Durch die anfängliche Unsicherheit wars auch ein stundenbasiertes Jeder gegen Jeden, aber das hat sich zum Glück auch schon wieder gelegt. 2 von meinen Altkatzen interessiert der Neuzugang nicht so richtig, die ignorieren die Kleine. Die anderen beiden fauchen und grollen noch kräftig, zumal die Neue eh keinen an sich heranlässt. Sie hält alle auf Abstand mit Fauchen und Schreien und nach vorn ruckenden Bewegungen. ;) Davon sind alle derzeit recht eingeschüchtert. *ggg* Ich denke mal, dass es in 2-3 Tagen aber erledigt sein sollte.

  2. Gabi Fischer

    Ach, da hatte das süße schwarze Kätzchen ja Glück, dass es bei dir so lieb aufgnommen wurde. Wer kann solch schönen grünen Katzenaugen schon wiederstehen!? Alles Gute für die Miezekatze. lg Gabi

    1. Denise

      Ja, sie ist eine süße Maus, da ist es tatsächlich schwer zu widerstehen. Vor allem, weil sie so ein liebes Wesen hat.

      LG

  3. Heidi

    Süße Maus. Meine Kleine sah vor 8 Jahren auch so aus. Nur kam sie damals aus Spanien, wo sie als Baby auf der Strasse lebte, eingefangen wurde und über ein Tierheim in Madrid in ein Tierheim in der Nähe von Frankfurt kam. Dort habe ich sie einen Tag später raus geholt. Mittlerweile benimmt sie sich, als wäre der Hund meines Mannes.

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Spaß mit Deinem, nun etwas größeren, „Rudel“.

    LG Heidi

    1. Denise

      Danke liebe Heidi. :)
      Deine Schnulle hat sich also zur „Papa-Katze“ gemausert, das kommt mir bekannt vor. :D
      Schön, dass sie soviel Glück hatte und von der Strasse weg kam, es gibt ja leider so unglaublich viele Straßentiere, die es nicht so gut erwischt. :(
      Geraldine ist übrigens ein interessanter und hübscher Name!

      LG

  4. MestraYllana

    Da hatte das spindeldürre Viecherl ja echt Glück, von dir gefunden zu werden! Meine Schwester und ich wollten auch mal zwei kleine Miezchen retten, die jemand im Wald ausgesetzt hatte. Leider mussten wir die Beiden dann doch einschläfern lassen, aber die Geschichte ist etwas eklig und sehr, sehr unmenschlich, sodass ich sie hier liebernicht erzähle.

    Ich freue mich auf alle Fälle für Bones! =)

    1. Denise

      Ohje, das klingt nicht schön. Die armen Kleinen. :(
      Bei Unmenschlichkeit bekomme ich aber immer bestimmte Gelüste etwas mit diesen Individuen anzustellen, worauf ich auch nicht weiter eingehen mag. Aber schön anzuschauen wäre das ganz sicher auch nicht….!

      Mein kleines Knöchelchen macht sich aber bislang ganz gut. Frisst fleißig, benutzt ihr Katzenklo, ist liebebedürftig wie sonstwas, aber kann die anderen immernoch nicht leiden. ;) Mal schauen wie es da weitergeht.

      LG

  5. Martina

    Das war mir ja total entgangen :-(
    Absolut süß ist das arme Hascherl. Gut das du sie entdeckt hast.

    1. Denise

      Sie ist tatsächlich eine ganz süße Maus und absolut liebebedürftig. :)
      Wir kämpfen aktuell zwar noch mit einigen Problemchen, aber das kriegen wir sicherlich noch in den Griff. :)

      LG

  6. Maria

    Hihi, man kann doch gar nicht genug Katzen haben ;) Oder!? Jedes Tier hat einen tollen einzigartigen Charakter! Wär meine große nicht so sensibel, hätte ich bestimmt auch schon mehr als 2 ;) aber das kann ich ihr nciht antun mit ihrer ADHS ^^ Sie könnte man problemlos als Einzelkatze halten denk ich und mit meiner Kleinen hat sie schon genug zu verkraften.. Wenn du magst, komm uns doch mal auf unserem Blog besuchen ^^

    Lg Maria, Mimi und Nala

    1. Denise

      Deine beiden Süßen sind auch 2 hübsche Bärchen. :) So viele tolle Fotos, da kann man sich kaum sattsehen.
      Besonders dein „blaues Törtchen“ Nala gefällt mir sehr gut!

      LG

  7. Romy

    Bones hatte Glück dass sie auf auf dich getroffen ist! So ein hübsches Kätzchen!

    LG Romy

    1. Denise

      Sie ist tatsächlich eine süße Maus. Total lieb und unendlich verschmust. Wenn die Reibereien unter meinen Katzen noch aufhören würden, dann wäre es natürlich alles noch schöner. Aber sie ist ein einfach ein kleiner Teufel und rotzfrech anderen katzen gegenüber. ;)

      LG

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