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Jul 15 2014

Myamericanbox Probierbox – der Anfang vom Ende?

Die schnelle Nummer mit der Abobox

Aboboxen schießen wie Pilze aus dem Boden und die Inhalte sind so vielfältig wie die Ideen ihrer Macher. Manche dieser Boxen werden mit Socken und Herrenkleidung, andere wiederum mit Beautyprodukten, Lebensmitteln oder Spielzeug bestückt. Das Prinzip ist immer das selbe: Man schließt als Kunde ein Abo ab und erhält in regelmäßigen Abständen ein Paket bis an die Haustür geliefert. Die Boxenpreise sind moderat, größtenteils für jeden erschwinglich und der Inhalt ist bestenfalls bis zum Auspacken geheim – schließlich handelt es sich in den meisten Fällen ja um Überraschungsboxen. Durch die große Beliebtheit dieses Systems, steigen mehr und mehr Leute in das Aboboxen-Geschäft ein und versuchen sich dadurch Lohn und Brot zu erarbeiten. Dass es aber nicht so leicht ist eine Überraschungsbox anzubieten, indem man sich ein Themengebiet/eine Marktlücke aussucht, Produkte in Kartons verstaut und verschickt, zeigt sich an dem neuen Start-Up der Myamericanbox, die dieser Tage ihre ersten Boxen ausgeliefert hat.

Der holprige Start der Myamericanbox

Vor rund einem Monat oder etwas mehr bin ich auf dieses Konzept aufmerksam geworden. Die Myamericanbox wurde gerade frisch beworben und sollte Anfang Juli 2014 an den Start gehen. Zum Kennenlernen konnte man eine einmalige Probierbox zum Preis von 9,99 Euro erwerben oder gleich ein Abonnement für die „richtige“ Box zum Preis von monatlichen 26,99 Euro zzgl. Versand abschließen. Die Amerika Boxen enthalten natürlich Produkte aus den USA, also Lebensmittel wie beispielsweise Süßkram, Saucen usw., aber auch Non Food Artikel – so die Theorie. Im Prinzip ein spannendes Konzept, da Ware aus Amerika nicht unbedingt überall erhältlich ist und einen gewissen Reiz ausübt – ähnlich wie diverse Asia Produkte. Nun gab es zwischenzeitlich jedoch Probleme mit abgelaufenen Produkten des Lieferanten, wodurch sich der Versand mehr als zwei Wochen verzögerte. Das sorgte für erste Unruhen unter den Kunden, die sich den Start der Myamericanbox anders vorgestellt hatten. Auch erhielt man diese Informationen ausschließlich via facebook, es gab keine Email-Benachrichtigungen oder ähnliches. Wer das Ganze demnach nicht über die Social Media Plattform verfolgte, blieb im Dunkeln, was den Auslieferungstermin anging. Doch nun ist es soweit: Meine Myamericanbox Probierbox traf heute ein, doch ob der Inhalt die Warterei nun wettmachte?

Myamericanbox Probierbox: Die Produkte aus den USA

Inhalt der Myamericanbox Probierbox

Inhalt der Myamericanbox Probierbox

Bei der Entgegennahme des Pakets staunte ich nicht schlecht. War das die Box? Der Karton ist so klein! Böse Vorahnungen, die den Abschluss eines Abos bisweilen verhinderten nahmen Gestalt an, als ich den Inhalt zutage brachte. Vier Produkte, von denen eines das MHD überschritten hat… Hatte der Lieferant laut Aussage des Boxenbetreibers nicht extra die abgelaufene Ware zurückgehalten? Scheinbar landeten nun doch alte Lebensmittel in der Probierbox. Vorgefunden haben wir:

  • Kool-Aid Soft Drink Mix Orange (Brausepulvertütchen mit abgelaufenem MHD vom 08.07.2014)

  • Hershey’s Riegel

  • Getränke-Dose „Big Red“

  • Blair’s Death Rain Buffalo Wing Chips 142g

Ja, das wars. Der Preis hierfür belief sich auf die oben genannten 9,99 Euro inkl. Versand. Da der Liefertermin nicht eingehalten wurde, gab es als „Bonus“ einen 5 Euro Gutscheincode für die reguläre Überraschungsbox. Meine Befürchtungen wurden leider wahr, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in meinen Augen nicht. Zusammengerechnet beläuft sich der Warenwert auf 5,07 Euro, das einzelne abgelaufene Brausepulver-Tütchen werte ich hierbei nicht. Für mich persönlich ist das ein Reinfall, nahezu eine Enttäuschung. Auch viele andere Kunden sind quasi sprachlos oder eher im Gegenteil, wenn man den Shitstorm bei facebook näher betrachtet. Für den Anbieter nicht schön, aber das Konzept ist so wie es ist, einfach nicht ausgereift. Wer sich mit dem Thema Überraschungsbox ein wenig beschäftigt, der hätte es wahrscheinlich auch erahnen können.

Wie stelle ich mir eine Überraschungsbox vor?

Nicht jede Abobox, Probierbox usw. legt einen glänzenden Start hin. Man darf niemals aus den Augen verlieren, dass Überraschungsboxen eben mehr sind als das schnelle Geld, nur weil das Konzept beliebt ist. Es reicht nicht ein paar Produkte in eine Kiste zu werfen, sondern man sollte sich etwas damit befassen, was ein potenzieller Kunde möchte. Dabei darf das Thema „Abobox“ kein Neuland für einen sein, bestenfalls hat man selbst als Kunde Erfahrungen gesammelt, wodurch man auch eine ungefähre Vorstellung von Aufbau und Inhalt bekommen kann. Es hilft, das eigene Konzept mit dem anderer Boxen zu vergleichen. Produkte aus den USA, Hershey’s & Co. – das ist alles schön und gut, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Bestenfalls sieht die Box so aus:

  • erschwinglicher Preis, keine zusätzlichen Versandkosten

  • einzigartiges Konzept

  • abwechslungsreicher Inhalt der Boxen (egal ob Produkte aus den USA, Kuscheltiere oder Tee)

  • keine abgelaufene Ware…

  • Warenwert über Boxenpreis ist grundsätzlich positiv einzuordnen

  • keine Produktproben, sondern Full Size Produkte

  • gute Informationspolitik – facebook only ist keine Option

  • Qualität der Produkte prüfen – die Ware sollte heil sein

  • eine extra Verpackung, sprich eine Box im Versandkarton macht immer was her, bedeutet aber auch gleichzeitig Mehrkosten

  • Anschreiben sollten auf Rechtschreibfehler geprüft werden. 3 Fehler im ersten Satz sind einfach unvorteilhaft

Wie überall im Leben, zählt grundsätzlich der erste Eindruck. Der Inhalt dieser Box ist leider wenig einladend und verführt mich nicht zum Abschließen eines Abos. Selbst wenn die Probierbox an sich nicht geplant war, so ist sie aufgrund der Verkaufszahlen einfach DER Verkaufsschlager bei Myamericanbox gewesen – quasi das Aushängeschild. Als Anbieter trägt man natürlich die Verantwortung, alles steht und fällt mit dem Konzept und der Produktauswahl bzw. -menge. Das hier ging eindeutig nach hinten los und wenn sich da nicht schnell etwas ändert, dann sehe ich für den Betreiber leider schwarz. Wie seht ihr das? Wie würdet ihr auf eine solche Box reagieren?

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7 Kommentare

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  1. shadownlight

    das sind klare worte!
    ich kann nichts hinzufügen.
    liebe gruesse!

  2. Martina

    oha….. der Inhalt ist ein bisschen traurig, dafür dass man mit dieser Probierbox ja eigentlich Lust aufs Abo machen müsste. Und abgelaufen, das geht gar nicht. Das Produkt kann mit Sicherheit noch verwendet werden, aber das gehört nicht als vollwertiges Produkt in eine Box.

    1. Denise

      Abgelaufen heißt nicht immer wegweren, klaro. Gerade bei „Trockenzeug“ nicht, aber schön ist anders. :/

  3. Testgitte70

    Ui, ich bin kein sooo großer Fan von amerikanischen Produkten, deshalb kam die Box für mich nicht in Frage. Mit diesem Einstand dürfte sich wohl das Start-up weitestgehend selbst abgeschossen haben…..

    LG Brigitte

    1. Denise

      Zumindest dürfte der Werdegang deutlich erschwert werden… ;)

  4. Thea

    Es ist wirklich so schade, dass der erste Eindruck so sehr nach hinten losgegangen ist. Eine Box mit diesem Motto hätte mir von der Idee her sooo gut gefallen. :-/ Nur bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis macht es wirklich für niemanden Spaß.
    Ich finde, du hast das Thema Aboboxen wirklich gut zusammengefasst. Es reicht eben wirklich nicht, gedankenlos ein paar Dinge in eine Box z würfeln und zu hoffen, dass es gefällt, ohne dass man sich umfassend mit den Wünschen der Kunden beschäftigt hat.

    Liebe Grüße
    Thea

  5. Olga

    Das ist ja mal richtig enttäuschend! Der Preis für die Box ist echt hoch und das noch zzgl. Versandkosten…echt übertrieben. Finde es super, dass du dies so deutlich auf den Punkt bringst! Wenn ich den Inhalt so sehe, würde ich die Box auch nicht bestellen wollen…
    LG Olga

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